Aktuelles
Der Arbeiterfotograf Walter Ballhause
Freitag 27.01.2012 um 19:30 Uhr
Im Programm: Fotogeschichte der Weimarer Republik Ralf Hansen und Christoph Naumann zeigen Fotos zum Arbeiteralltag in Linden und Hannover
Moderation: Egon Kuhn
Zeit und Ort: 19:30 Uhr, Freizeitheim Linden
Walter Ballhause wurde am 03.04.1911 in Hameln als Kind eines Schuhmachers und einer Lederstepperin geboren. Im Jahre 1919 zog er nach Hannover um, wo er SPD-Mitglied wurde und in der sozialdemokratischen Jugendgruppe "Rote Falken" tätig war. 1925 begann er eine Lehre zum Laboranten, die er 1928 abschloss. In diesem Jahre begann er, sein Umfeld mit der Kamera festzuhalten.
Im Jahre 1931 gründete er gemeinsam mit Otto Brenner die Sozialistische Arbeiterpartei Deutschlands (SAP); er porträtierte zu dieser Zeit die Parteiarbeit sowie das Ferienlager der "Roten Falken".
Sein Hauptwerk schuf er in den Jahren 1930-33, wo er Fotografien anfertigte, die die Weltwirtschaftskrise sowie den beginnenden Faschismus zeigten. 1933 wurde Ballhause von der Gestapo wegen "linker Betätigung" in Hannover verhaftet.
Walter Ballhause verstarb am 08.07.1991 in Plauen.
Ballhause prägt durch seine Fotografie das Bild der Weimarer Zeit und des beginnenden Faschismus aus der Sicht des Betroffenen. Als Autodidakt gestaltet er Bilder mit großer Ausdruckskraft und graphischer Schönheit zur sozialen Depression. Sein Werk zeigt, das diese Fotografie der sozialen Konflikte in enger Verbindung und parallel zur graphischen und malerischen Bildkultur seiner Zeit entsteht. Ballhause ist Meister der verdeckten Kamera, ohne das die Dargestellten etwas merken. So erreicht er den für seine Fotografien charakteristischen Ausdruck ungestellter Wirklichkeit und Authentizität.
Einführung Geschichtskabinett und Stadtteilarchiv
28.02.2012 von 18-20 Uhr
Von 18-20 Uhr gibt das ARCHIVteam einen ersten Einblick in die Materialien die das Stadtteilarchiv im Freizeitheim Linden birgt. Interessierten Besuchern werden die verschienden Projekte und Themen vorgestellt die vom Team der Geschichtswerkstatt zur Zeit in Arbeit sind.
Stadtteilarchiv und Geschichtswerkstatt sind in der Regel jeden Montag von 10.00-12.00 Uhr geöffnet.
Im Rahmen des Fachbereichs Stadtteilkulturarbeit entstanden 1980 die Projekte:
- „Unsere Geschichte, unsere Lieder“ (Arbeitersängerbewegung)
- „Von Kindesbeinen an“ Zeitzeugen der Lindener Arbeiterbewegung berichten
- „Wir aus der Kochstraße“ Die Geschichte einer Straße im Arbeiterstadtteil Linden
- „Die erste weltliche Schule in Linden“ (1922)
- Die Arbeitersportbewegung ATVL in Linden
- „Der antifaschistische Widerstand“ Werner Blumenberg und die Sozialistische Front
- „Und dann gingen wir auf den Berg“ Die Geschichte des Naturheilvereins Prießnitz von 1890
Die Arbeitsergebnisse waren: Dokumentationen, Filme, Ausstellungen, ARCHIV-gespräche. 1986 wurde das Geschichtskabinett und das Stadtteilarchiv im Rahmen der Lindener Geschichtswerkstatt eingerichtet. Für diese vorbildliche Leistung erhielt das Freizeitheim Linden die „Auszeichnung Soziale Kulturarbeit“ von der Kulturpolitischen Gesellschaft e. V. Bonn. 1995 übernahm die Otto Brenner Akademie die ehrenamtliche Begleitung der Geschichtswerkstatt. Die fachliche Anleitung geschieht durch das ARCHIV-team. Inzwischen ist diese Arbeit ein wesentlicher Bestandteil der Stadtteilkulturarbeit im Freizeitheim Linden geworden.
1983 wurde zum Butjerfest (Stadtteilfest) die „Anni-Röttger-Arbeiterwohnküche (1930)“ eröffnet. Schulklassen und Interessierte haben die Möglichkeit, diese Küche zu besichtigen und Gespräche mit Eva-Maria Brakel zu führen. Tel. 44 87 24.
Das ARCHIV-team bietet alternative Stadtrundfahrten, Stadtteilrundgänge, Ausstellungen und Filme zur Geschichte des Stadtteils Linden und ARCHIV-gespräche an. Telefonische Anfragen über Terminabsprachen (auch außer montags möglich) unter Tel. 210 71 25 (Egon Kuhn), montags Tel. 168 4 01 84.
Veranstaltungen der letzen Jahre finden Sie im Archiv.
