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Wasserhochbehälter auf dem Lindener Berg

Stadtteilrundgänge in Linden 2019

Haus an der Martinskirche mit Lindener Wappen

Haus an der Martinskirche mit Lindener Wappen

Im Sommer 2019 bietet die Otto-Brenner-Akademie wieder Stadtteilrundgänge durch Linden an.

  • Arbeiten und Leben in Linden Nord
    Von der Industrialisierung bis heute
  • (Un-) Geliebtes Linden
    Vom Bauerndorf zur Arbeiterstadt

Der erste Spaziergang führt vom Küchengarten bis zum Freizeitheim durch den jüngsten Teil von Linden. Der zweite Rundgang durch Linden-Mitte bringt eine Spurensuche durch die Zeit der Industrialisierung.

Die Termine finden Sie im Flyer. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos.

Werkstattgespräch: „Demokratie in Deutschland gestern und heute. Das Grundgesetz in Perspektive“

Unsere nächste Veranstaltung im Stadtteilzentrum Mühlenberg findet am Montag, dem 6. Mai 2019 um 14 Uhr statt und zwar in Form eines Werkstattgesprächs zwischen Dr. Wolfgang Kreutzberger und Dr. Jens Menge zum Thema: „Demokratie in Deutschland gestern und heute. Das Grundgesetz in Perspektive“.

Aus Anlass des 70jährigen Bestehens des Grundgesetzes diskutieren Herr Kreutzberger und Herr Menge zunächst bestimmte Grundentscheidungen der Verfassung: die Abgrenzung zur nationalsozialistischen Gewaltherrschaft; die Grundsätze der Demokratie, des Sozialstaats, des Rechtsstaats und des Bundesstaats; die Rolle des Bundesverfassungsgerichts; die Relativierung des souveränen Nationalstaats durch supranationale Gebilde. Sodann geht es um Veränderungen der „Verfassungswirklichkeit“: zum Teil durch die „Verrechtlichnung“ von Politik, wie sie sich in den zahlreichen Änderungen des Grundgesetzes ausdrückt; zum Teil durch die auch gesellschaftlich bedingten Veränderungen im Parteiensystem und in der Funktionsweise von Parteien; zum Teil durch die deutsche Vereinigung, die unterschiedliche „politische Kulturen“ in West und Ost virulent werden ließ. Schließlich stehen Fragen der Zukunftsbewältigung im Vordergrund: was leistet unser politisches System bei der Bewältigung so hochkomplexer Aufgaben wie der Herstellung sozialer Gerechtigkeit, der Kontrolle global agierender Konzerne, der Digitalisierung, der Beherrschung des Klimawandels und der damit zusammenhängenden weltweiten Migrationsbewegungen? Es versteht sich von selbst, dass Herausforderungen, die an Gesellschaft, Politik und Verfassung vonseiten der erstarkenden rechten Bewegungen gerichtet werden, mit thematisiert werden.

Mühlenberger Gesprächskreis
Weiße Rose im Stadtteilzentrum Mühlenberg
Mühlenberger Markt 1, 30457 Hannover

Rede des Vorsitzenden der Otto-Brenner-Akademie Andreas Gehrke

Gegen das Gedenken an an Waffen-SS

Rede des Vorsitzenden der Otto-Brenner-Akademie Andreas Gehrke

Liebe Freundinnen und Freunde,
liebe Kollegen und Kollegen,
sehr geehrte Damen und Herren,

von hier aus, vom Bahnhof Fischerhof, wurden am 15. Dezember 1941 die ersten 1001 Jüdinnen und Juden nach Riga deportiert. Dort sperrte man sie am 18. Dezember in das zuvor geräumte Ghetto. Die bisher dort lebenden lettischen Juden und Juden waren vorher ermordet worden. Von den 1001 Deportierten überleben nur 69. Sechs weitere Transporte bis 1944 erfolgten von diesem Bahnhof aus nach Ausschwitz, Theresienstadt und ins Warschauer Getto.

Wir wollen aber heute nicht nur der deportierten Frauen, Männer und Kinder gedenken, sondern wir sind hier bewusst am 16. März zusammengekommen, um gegen den seit 1991 alljährlich am 16. März in Riga stattfinden Marsch zu Ehren der lettischen Verbände der Waffen-SS zu protestieren.

Am 16. März 1944 gewannen die beiden lettischen SS-Divisionen bei Leningrad ein Gefecht gegen die Sowjetarmee. Dieses Datum wird nun alljährlich für eine der größten regelmäßigen Demonstrationen in Europa zur offenen Ehrung von Nazitätern genutzt.

Die Demonstranten, Veteranen, ihre Nachfahren und Sympathisanten sehen in den Nazi- Kollaborateuren lettische Freiheitskämpfer gegen die Sowjetunion. Sie seien zwangsrekrutiert beziehungsweise als Wehrpflichtige ausgehoben worden. Vehement wird bestritten, dass es sich bei den 40.000 Soldaten größtenteils um Freiwilligenverbände gehandelt hat. Die Verbrechen der lettischen SS- Verbände, zum Beispiel ihre Beteiligung an der Ermordung von etwa 70.000 lettischen Jüdinnen und Juden wird bis heute verharmlost.

Nur noch wenige SS-Veteranen sind dabei, dafür umso mehr junge Rechtsradikale, die offen Nazisymbole tragen, wie zum Beispiel Hakenkreuze am Ärmel ihrer schwarzen Jacken. Unter ihnen sind auch Esten, Litauer, Polen, Ukrainer und Deutsche.

Ein massives Polizeiaufgebot schätzt den SS-Marsch. Sie unterbinden Gegenproteste mit Platzverweisen. Deutsche Gegendemonstranten werden an der Grenze an der Einreise gehindert.
Die Gegner der Nazis in Riga scheinen resigniert. Umso wichtiger ist deshalb die Unterstützung durch die Demokratinnen und Demokraten in anderen Ländern.

Die Otto-Brenner-Akademie wird dies deshalb zum Schwerpunkt ihrer Aktivitäten in diesem und dem nächsten Jahr machen. Thematisch wird das alljährlich am 8. November stattfindende Brenner-Abendroth-Forum darauf ausgerichtet sowie der Jahrestag der ersten Deportation am 15. Dezember einbezogen. Ziel ist eine größere Veranstaltung am 16. März 2020 unter Einbeziehung von Bündnispartnerinnen und -partnern aus Hannover sowie Bremen und Rostock, den beiden Partnerstädten Rigas.

Andreas Gehrke
Vorsitzender der Otto-Brenner-Akademie

Mit Hakenkreuz und SS-Totenkopf: Gedenken an Waffen-SS in Riga 2019

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https://www.youtube.com/watch?v=yEyun6AQxIg

https://jfda.de/blog/2019/03/16/gedenken-an-waffen-ss-in-riga/

Mahnmal am Bahnhof Fischerhof

NAZIonalismus in Lettland – Die Waffen-SS marschiert durch Riga

Mahnmal am Bahnhof Fischerhof

Mahnmal am Bahnhof Fischerhof

Jedes Jahr am 16. März feiert man in Riga den „Marsch der Legionäre“
Dieser Nazi-Verherrlichung will die Otto-Brenner-Akademie entgegen treten.

Samstag, 16. März 2019 um 14:00 Uhr
Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus am Bahnhof Fischerhof

Ab 15:00 Uhr geht es im Freizeitheim Ricklingen weiter. Wir diskutieren mit Gästen zu Filmbeiträgen die über Historie und aktuelle Situation informieren.

Der Bahnhof Fischerhof

Infotafel an der Stadtbahnhaltestelle Fischerhof

Infotafel an der Stadtbahnhaltestelle Fischerhof

Über den Bahnhof Fischerhof erfolgten im Dritten Reich die meisten Transporte der Opfer von Rassenhass und Ausgrenzung aus dem südlichen Niedersachsen. Zwischen dem 15. Dezember 1941 und dem 11. Januar 1944 wurden insgesamt 2.174 jüdische Opfer, die zuvor in der Israelitischen Gartenbauschule in Ahlem zusammengezogen worden waren, deportiert. Sie kamen in das Ghetto Riga, das Warschauer Ghetto und in die Konzentrationslager Auschwitz und Theresienstadt. Das Mahnmal wurde vom Niedersächsischen Verband Deutscher Sinti e. V. gestiftet und am 1. März 1996 eingeweiht. Mit seiner Form erinnert der Gedenkstein an die traditionelle Form der zwei Tafeln des Dekalogs. Über der Inschrift „Für alle Verfolgten des Nationalsozialismus“ zeigt der Gedenkstein zwei für Sinti-Grabsteine traditionelle Symbole – ein „Z“, das Sinti und Roma als weithin sichtbares Kennzeichen für „Zigeuner“ in den nationalsozialistischen Konzentrationslagern tragen mussten und den Davidstern als Symbol für die Juden.

Aktuelle Situation in Riga

Seit der Auflösung der Sowjetunion wird in Lettland am 16. März den angeblichen „Freiheitskämpfern“ der Waffen-SS gedacht, zwischenzeitlich war er sogar offizieller Feiertag. In der Öffentlichkeit werden die deutschen Besatzer als „Befreier“ gefeiert, die zusammen mit den Letten gegen die Sowjet-Armee kämpften. Der SS-Gedenkmarsch und das Verhältnis zu Moskau lockt inzwischen Nationalisten aus ganz West- und Osteuropa nach Riga. Der Marsch wird von der Regierungspartei und der örtlichen Politik unterstützt. Gegendemonstranten bekommen einen Platzverweis oder werden gleich an der Einreise nach Lettland gehindert. Die Otto-Brenner-Akademie will mit dieser Veranstaltung auf diese unsägliche Tradition aufmerksam machen und dem fehlgeleiteten Gedenken entgegenwirken.

Egon Kuhn bleibt in Erinnerung

Zum Gedenken an Egon Kuhn

Eine Seite zum Gedenken an Egon Kuhn den Gründer und langjährigen Vorsitzenden der Otto-Brenner-Akademie.

Lebenslauf

Egon Kuhn (geb. 20. Januar 1927 in Osnabrück; † 23. Januar 2019 in Hannover)

Egon Kuhn übernahm 1965 die Leitung des Freizeitheims Linden, das er dann er 27 Jahre führte. Zudem gründete er das Stadtteilarchiv sowie die Geschichtswerkstatt Linden.[8]

Bei der Gründung des SPD-Ortsvereins Linden-Limmer wurde er am 16. April 1973 zum Ersten Vorsitzenden gewählt; ein Amt, das er eineinhalb Jahre später am 16. Dezember 1974 an seinen Nachfolger übergab.

Im Frühjahr 1995 gründete Kuhn gemeinsam mit anderen Gewerkschaftern die Senioren-Akademie Otto Brenner Hannover e.V., die spätere Otto-Brenner-Akademie – Treffpunkt der generatione e.V., eine gewerkschaftlich geprägte, selbstorganisierte und generationsübergreifende Bildungseinrichtung, die er selbst bis zwei Jahre vor seinem 90. Geburtstag leitete.

Filme

Gedenkfeier für Egon Kuhn

Am Sonntag, den 10.02.2019 fand in seinem Freizeitheim die Gedenkfeier für Egon Kuhn statt. Viele hundert Lindener waren gekommen, um sich vom roten Egon zu verabschieden. Der große Saal reichte für die Gästeschar nicht aus, daher wurde die Veranstaltung auch noch per Video in das Ferry übertragen. Auch dort blieb kaum ein Platz unbesetzt.

Neben vielen bewegenden Reden der Weggefährten von Egon konnten die Anwesenden in Bild und Film den Werdegang noch einmal ansehen. Vom glühenden Hitlerjungen über die Marine HJ und sogar einer kurzen Zeit in der SS wurde aus Egon ein linker Demokrat, der nie auf den Mund gefallen war. Obwohl doch eigentlich aus Osnabrück prägte er wie kein Anderer seinen Stadtteil Linden. Als langjähriger Leiter des Feizeitheims Linden zog er von dort aus seine Fäden sogar bis in die Stadtpolitik und auch darüber hinaus. Wie Herbert Schmalstieg nochmal so schön ausführte, wäre er wohl ohne Egon nicht der jüngste Oberbürgermeister von Hannover geworden.

Zwischendurch trugen Michael und Welislawa Letz einige von Egons Lieblingsliedern vor, den Schlusspunkt setzte das Lied „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“ mit dem sich alle gemeinsam von einem echten Kämpfer verabschiedeten.

Obwohl, ein richtiger Abschied ist es doch nicht, wie Edelgard Bulmahn so treffend formulierte. Zwar werden wir Egon in nächster Zeit nicht mehr persönlich treffen, aber sein Geist wirkt in Linden weiter.

Also Venceremos, Egon!

Gedenkfeier Egon Kuhn im Freizeitheim Linden am 10.02.2019

Gedenkfeier Egon Kuhn im Freizeitheim Linden am 10.02.2019

Presseberichte

Weitere Informationen

Grab von Orli Wald mit roten Nelken

Rote Nelken für Orli Wald 2019

Orli Wald

Orli Wald

Wie in jedem Jahr wollen wir auch 2019 wieder am internationalen Frauentag am Grab von Orli Wald auf dem Engesohder Friedhof rote Nelken niederlegen.

Die Gestaltung der Veranstaltung zum Gedenken an Orli Wald übernehmen wie bereits in den letzten Jahren „SJD die Falken, Bezirk Hannover“.

Sicherlich wird auch die Aurelia-Wald-Gesamtschule aus Uetze wieder dem Gedenken beiwohnen.

Freitag, 08.03.18 um 17.00 Uhr – Stadtfriedhof Engesohde

Treffpunkt am Seiteneingang Hildesheimerstraße 190

Info Orli Wald:

Wald, Aurelia (genannt Orli) 1914 – 1962
Abteilung 44, Grabnummer 83

Als Mitglied des Kommunistischen Jugendverbandes 1936 vom ersten Ehemann Fritz Reichert denunziert und daraufhin verhaftet, wurde Orli Wald trotz Verbüßung der Haftstrafe 1940 ins KZ Ravensbrück und 1942 ins KZ Auschwitz eingeliefert. Aufgrund ihrer selbstlosen Hilfe und ihres mutigen Einsatzes für die Häftlinge wurde sie dort als „Engel von Auschwitz“ bezeichnet.

1918 - Aufstand der Matrosen im Apollokino

Volles Haus beim Aufstand der Matrosen

1918 - Aufstand der Matrosen im Apollokino

1918 – Aufstand der Matrosen

Am Donnerstag, den 08.11.2018 fand anlässlich des Geburtstages von Otto Brenner wieder das jährliche Brenner-Abendroth-Forum statt. Diesmal war das Thema naheliegend, da sich die Oktoberrevolution zum 100. Mal jährte.

In Kooperation mit dem NDR und Arte wurde von uns der Film „1918 – Aufstand der Matrosen“ im Apollokino gezeigt der in diesem Jahr produziert wurde. Dies stieß auch auf reges Interesse. Zirka 140 Besucher kamen zur Filmvorführung.

Nach einleitenden Worten vom 2. Vorsitzenden Reinhard Schwitzer stellte Regisseur Jens Becker den Film kurz vor. Anschließend gab es noch eine kurze Information zu den damaligen Ereignissen in Hannover und dann ging es auch schon los.

Im Anschluß an den Film wurde noch rege über den Film diskutiert und Jens Becker konnte noch die eine oder andere Frage zu seinem Werk beantworten.

Vielen Dank nochmal für die nette Kooperation mit dem NDR, Arte und dem Apollokino.

 

Karl Artelt führt den Kieler Matrosenaufstand an

1918. Aufstand der Matrosen

Am Donnerstag, den 08. November 2018 zeigt die Otto-Brenner-Akademie in Kooperation mit dem NDR das Doku-Drama „1918 Aufstand der Matrosen“ um 17:30 Uhr im Apollokino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover. Der Eintritt ist frei

Als Rahmenprogramm gibt es einen Vortrag zu den Ereignissen in Hannover. Der Regisseur Jens Becker und die Redakteurin Ulrike Dotzer vom NDR stehen ebenfalls für Fragen zur Verfügung.

Der Film

DOKUDRAMA VON JENS BECKER
Erstausstrahlung bei ARTE am 30. Oktober 2018 um 20.15 Uhr
Ausstrahlung im NDR am 4. November 2018 um 20.15 Uhr

Das ist die Geschichte des „Novembersturms“. In einem 90 minütigen Doku-Drama erzählen NDR und ARTE die dramatischen Tage des Kieler Matrosenaufstands zwischen dem 30. Oktober und dem 9. November 1918. Er wurde zum Auslöser für die Novemberrevolution und damit zur Geburtsstunde der ersten deutschen Demokratie, der Weimarer Republik. Obwohl dieses Ereignis unser Land fundamental verändert hat, ist es im kollektiven Gedächtnis der Deutschen kaum verankert. Der Film will das ändern – zum 100. Jahrestag des Aufstands am 09. November 2018.

www.1918aufstanddermatrosen.de

Die Dokumentarebene des Films gibt den Zuschauern eine historische Orientierung auf der Höhe der aktuellen Geschichtsforschung. Dokumentare und Spielszenen sind eng verwoben, aber die Spielhandlung wird nicht zur Illustration der Historie. Sie folgt vielmehr konsequent den Konflikten der Protagonisten und bildet einen in sich geschlossenen Handlungsbogen. Die Spielfilmhandlung erzählt, wie reale und fiktive Figuren sich in den Wirren der Revolution verstricken.

Berichte von Zeitzeugen werden als Monologe von Schauspielern direkt in die Kamera gesprochen. Der Film verzichtet auf einordnende Historikerstimmen. Stattdessen reflektieren Dr. Sahra Wagenknecht (MdB, Die Linke), Björn Engholm (früherer Ministerpräsident Schleswig-Holstein, SPD) und Flottillenadmiral Kay-Achim Schönbach (bis 4.5.2018 Kommandeur Marineschule Mürwik, heute: stv. Abteilungsleiter „Strategie und Einsatz“ im Bundesministerium der Verteidigung) über Fragen der Demokratie und der Zeit. Ihre Meinungen bleiben nebeneinander stehen – auf diese Weise wird Geschichte zum lebendigen Diskurs.

Das Projekt

Das Dokudrama 1918. AUFSTAND DER MATROSEN erzählt die Geschichte des Kieler Matrosenaufstands am Ende des Ersten Weltkriegs. Dieser war die Initialzündung für die revolutionäre Bewegung, die im November 1918 das Deutsche Reich ergriff und zum Sturz der Monarchie sowie zum Ende des Ersten Weltkriegs führte. Damit gehört der Kieler Matrosenaufstand zu den Schlüsselereignissen der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert und hat die Grundlage für die erste deutsche Demokratie gelegt.

Der Film entstand im Auftrag von ARTE und NDR, Redaktion: Ulrike Dotzer und Marc Brasse. Eine Produktion von Riva Film, Produzent Michael Eckelt. 1918. AUFSTAND DER MATROSEN wurde gefördert von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein und Nordmedia.

Verantwortlich für Drehbuch und Regie ist Jens Becker („Erich Mielke – Meister der Angst“), es spielen Lucas Prisor, Henriette Confurius, Ernst Stötzner, Gustav Peter Wöhler, Rainer Reiners und viele mehr.

Gedreht wurde vom 12. bis 26. Oktober 2017. Drehorte waren u.a. die Marineschule Mürwik und das „Eckener Haus“ in Flensburg, das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei in Kiel, das Gewerkschaftshaus und das Hotel zur Post in Geesthacht, die Festung „Grauer Ort“ und das Gefängnis in Stade, der Museumsbahnhof Schönberg und das Dampfschiff „Stettin“ im Hamburger Hafen.

Matrosen vom Linienschiff "Prinzregent Luitpold"

Alle Macht den Räten!

Vor 100 Jahren
Die Novemberrevolution und ihre Folgen
als Deutschland wurde, wie es ist

Matrosen vom Linienschiff "Prinzregent Luitpold"

Matrosen vom Linienschiff „Prinzregent Luitpold“

Vor 100 Jahren beendete die Streikbewegung revolutionärer Soldaten und Arbeiter*innen das Massensterben und die Not im Ersten Weltkrieg. Dieses Ereignis ist heute in der Öffentlichkeit weitgehend ausgeblendet.

In ihrem politischen Kern war die Novemberrevolution antimonarchistisch und antimilitaristisch. Zwar musste der Kaiser am 9. November 1918 gehen, doch die Generäle blieben und schlossen ein Bündnis mit dem rechten Flügel der Sozialdemokratie um Friedrich Ebert und Gustav Noske. So konnte die kaum begonnene Revolution im Laufe des Jahres 1919 von rechts-monarchistischen Freikorpstruppen blutig niedergeschlagen werden. Tausende wurden von einer im Ersten Weltkrieg brutalisierten Soldateska ermordet, darunter Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht. Die politischen Folgen ließen nicht lange auf sich warten: Bereits 1920 marschierten putschende Militärs mit Hakenkreuzen an den Stahlhelmen in Berlin ein. Am 9. November 1923 inszenierte in München ein bis dahin unbekannter Mann namens Adolf Hitler zusammen mit Erich v. Ludendorf, einem der Hauptverantwortlichen für das Massenschlachten im Ersten Weltkrieg, den nächsten Putschversuch. Ehemalige Angehörige der Freikorps beteiligten sich in den folgenden Jahren maßgeblich am Aufbau der SA und der NSDAP.

Der deutsche Militarismus wurde 1918/19 nicht beseitigt. Nicht nur für Deutschland waren die Auswirkungen katastrophal…

Mit der Veranstaltungsreihe zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution wollen wir an dieses bis heute tabuisierte Kapitel der deutschen Geschichte erinnern.

Terminübersicht: https://www.bw-verdi.de/aktuelles/artikel/novemberrevolution.html

Vortrag: „Wohin steuert Italien – und was bedeutet das für Europa“

Am 5. März stellte sich nach dem Vortrag von Jürgen Weßling über das basisdemokratische Modell in Rojava/Nordsyrien die Frage, warum dieses System eines friedlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Ethnien und Religionen vom Ausland nicht stärker unterstützt wird. Dabei wurde auch über die deutsch-türkischen Beziehungen, insbesondere die Waffenexporte, lebhaft diskutiert. Auf die Frage, was man hier tun könne, wurde auf die Verurteilung des völkerrechtswidrigen Angriffs der Türkei durch die Landtagsfraktionen von SPD, CDU, Grünen und FDP in Niedersachsen und den damit verbundenen Aufruf zu Demonstrationen hingewiesen.

Unsere nächste Veranstaltung findet am 2. April 2018 um 14h in den Räumen der Weißen Rose im Stadtteilzentrum Mühlenberg statt. Vortragen wird Dr. Jens Menge zum Thema „Wohin steuert Italien – und was bedeutet das für Europa“. Er wird der Frage nachgehen, wie es nach den Wahlen vom 04. März in Italien politisch weitergehen wird und welche politischen und ökonomischen Auswirkungen auf Europa zu erwarten sind. Ausgehend von einem kurzen Rückblick auf die Geschichte Nachkriegsitaliens und seines Parteiensystems, bei dem „lange Trends“ und „Brüche“ herausgearbeitet werden, soll dabei die aktuelle Situation mit folgenden Leitfragen im Mittelpunkt stehen:

  • Wie lässt sich das Wahlergebnis in gesamteuropäische Trends einordnen?
  • Welche politischen Konstellationen sind möglich / realistisch?
  • Was bedeuten diese für die Rolle Italiens in der EU (politisch / ökonomisch)?

Wie immer sind alle Interessierten herzlich zu dieser Veranstaltung eingeladen.